Ritterhof

Niedersonthofener Straße 8

87448

Waltenhofen-Oberdorf, Deutschland

Architekt

Michael Felkner
Niedersonthofener Straße 8, 87448 Waltenhofen-Oberdorf
felkner@architekt-felkner.de
+498379/7468

Ansprechpartner

Alexandra Troi
Hochschule Coburg
alexandra.Troi@hs-coburg.de

Other Information

Visits
Besuch des Naturkostladen möglich

Michael Felkner
Schritt für Schritt, immer dem Prinzip der bestmöglichen Lösung folgend, saniert Architekt Michael Felkner den Ritterhof: im Bauernhaus aus dem späten 17. Jahrhundert befinden sich heute sein Büro und die Wohnung für die Familie, aber auch ein Naturkostladen und eine für altersgerechtes Wohnen umgebaute Einliegerwohnung. Was an Heizbedarf geblieben ist, wird mit Holz und solar gedeckt.
Energieeffizienz
60 kWh/y

Klimazone Dfb

Höhe über dem Meer 741 m ü.d.M.

Heizgradtage 3730

Kühlgradtage 47

Unterschutzstellung nicht geschützt

Ensembleschutz:
Nein

Stufe der Unterschutzstellung:

Baualter 1850-1899

Letzte Sanierung:
2016

Vorhergehende Sanierungen:
2005

Gebäudenutzung Residential (rural)

zusätzliche Nutzung:
Offices

Gebäudebelegung:
Permanently occupied

Anzahl der Bewohner/Nutzer:
6

Gebäudefläche Nettogeschossfläche [m²]: 703,0

Gebäudetyp:
Detached house

Anzahl der Stockwerke:
3

Keller ja/nein:
Ja

Anzahl der beheizten Stockwerke:
3

Bruttogeschossfläche [m²]:
845,0

Thermische Gebäudehülle [m²]:
0,0

Volumen [m³]:
5000,0

NGF Berechnungsmethode:
NGF (de)

Bauart
Büro und Modellbauwerkstatt bestehen aus Bruchstein, das Wohnhaus ist in traditioneller Allgäuer Blockbauweise und der Laden sowie das Obergeschoss sind in Holzriegelbau errichtet.

Außen:
Exposed woodwork

Innen:
Plastered (on substructure)

Dach:
Pitched roof

+ MEHR - WENIGER
Michael Felkner
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Michael Felkner

RENOVIERUNGS-PROZESS

Architektur

BESCHREIBUNG

Die ältesten Teile des in traditioneller Allgäuer Blockbauweise errichteten Wohnhauses dürften aus dem späten 17. oder frühen 18. Jh. stammen. Der Wohnteil ist ab dem ersten Obergeschoss verschindelt und mit Ausnahme des Hausgangs unterkellert. Im Keller befand sich früher eine Hauskäserei - die wohl mit der Umstellung vom Ackerbau auf die Grünlandwirtschaft und Milchviehhaltung im Allgäu Mitte des 19. Jh.s als Vorläufer einer Dorfsennerei hier installiert wurde. Mit der Umstellung der Wirtschaftsweise stieg der Platzbedarf an Stallungen und Futterlagerräumen, sodaß dieses Gebäude wohl Ende des 19. Jh.s um eine Raumachse nach Norden und um ein Mehrfaches des ursprünglichen Wirtschaftsteiles vergrößert und mit einem komplett neuen Dachstuhl versehen wurde. Auf der Nordseite wurde damals auch ein sog. Wiederkehr mit Pferdestallungen angeschlossen. Die Stallungen sind in Bruchsteinmauerwerk, die daran anschließenden bzw. darüber liegenden Scheunenbauteile in Holzriegelbauweise.
Städtebaulicher Kontext
Das Umfeld des Ritterhofs ist dörflich geprägt.

DENKMALWERT

ERHALTENSWERTE ELEMENTE
Formal denkmalgeschützt ist der Ritterhof nicht, aber die Bauherren legten großen Wert darauf, das Gebäude im Rahmen der Sanierung kennen zu lernen und zu verstehen, in seiner Struktur zu bewahren und seine Geschichte lesbar zu erhalten. So wurde z.B. die Bruchsteinmauern saniert, die Rigelkonstruktionen wurden in Holzbauweise ergänzt und die verschindelte Süd- und Ostfassade des Wohnhauses nicht verändert. Auch die Stube des Wohnhauses wurde nicht gedämmt, denn bei der Renovierung kamen alte Wandvertäfelungen zu Vorschein, die erhalten werden sollten.
Denkmalwert und wie er bestimmt wurde
Das Gebäude ist nicht formal denkmalgeschützt, wurde aber bei der KfW fördertechnisch als „besonders erhaltenswerte Bausubstanz“ deklariert.

Erhaltungszustand

Erhaltungszustand der Gebäudehülle
Der Bestand von 1989 besaß eine Nutzfläche von circa 1000m² und einen umbauten Raum von etwas 5000m³. Das Dach über dem Wohnteil wurde bereits vorher schon erneuert, wobei das Dachgeschoss nicht ausgebaut war und die Dachkehlen waren undicht. Der Kuhstall war in Naturstein gemauert und es war ein Holzbalkendecke vorhanden. Die Scheune war als Riegelwerk gebaut und enthielt lediglich gewachsenen Boden als Untergrund. Der Wiederkehr war im Erdgeschossbereich gemauert und das Obergeschoss war als Riegelwerk ausgebildet, wobei in diesem Teil des Gebäudes Kappendecken verwendet wurden. Im ganzen Gebäuden waren außerdem nur einfach verglaste Fenster eingebaut.
Haustechnische Anlagen vor Sanierung
Für die Beheizung standen nur Einzelöfen zur Verfügung. Des Weiteren war das alte Bauernhaus nicht an die öffentliche Kanalisation angeschlossen. Die Elektro- und Sanitärinstallation waren aus den 50er Jahren und dementsprechend veraltet.

Ziel der Sanierung

Renovation + Extension
Selbst behaglich drin wohnen und arbeiten und sehen was an nachhaltiger und dem Gebäude gerecht werdender Nutzung dazu noch möglich ist: als der heutige Eigentümer das Gebäude 1989 übernommen hatte, standen ihm erstmal 5’000 m³ umbauter Raum aber als jungem Architekten kaum Budget zur Verfügung. Er begann mit den dringendsten Maßnahmen wie Anschluss an die Kanalisation und Instandsetzung des Daches. Und entwickelte dann ein Nutzungs- (und Sanierungs-) Konzept, das flexibel und Schritt für Schritt umgesetzt werden könnte. Im Zuge der Renovierungsmaßnahmen sollte dem Prinzip der bestmöglichen Lösunge gefolgt werden, auch indem achhaltige und ökologische Materialien aus der Umgebung benutzt werden und stark auf Sonnenenergie gesetzt wird - thermisch, photovoltaisch und passiv. Dabei entstanden (a) aus dem Stall 122 m² Architekturbüro, umnutzbar, mit Bauteiltemperierung und Wandstrahlheizung und einem Solaranteil von 70% an der Heizung, (b) im Wiederkehr 79 m² Einliegerwohnung als Faktor-10-Sanierung mit Passivhaustechnologien, Lüftung mit WRG, Solar, Holz, (c) in der alten Scheune 140 m² Naturkostladen, als solcher Nullheizenergie, bei Umnutzung als Wohnung immer noch 3-Liter-Haus, (d) im alten Blockbau 360 m² Wohnung, die später in zwei Einheiten geteilt warden kann. Noch ausbaubar sind die Dachgeschoße und der Raum über Büro und Laden.
Gab es eine Änderung der Nutzung?
Der ehemalige Kuh- sowie Pferdestall wurden zum Architekturbüro umgenutzt und im Heulager entstand der Naturkostladen. Der Dachraum wurde zur Einliegerwohnung seniorengerecht und teilweise barrierefrei ausgebaut.
Was the intervention planned following a step-by-step approach?
Die Sanierung des Ritterhofs erfolgte in mehreren Phasen. Die 1. Phase dauerte von 1989 bis 1991, wobei hier die notwendige Elektroinstallation, das vorhandene Bad und das Dach über dem Wiederkehr erneuert wurden. Außerdem wurde das Haus an die öffentliche Kanalisation angeschlossen. Die 2. Phase erfolgte 1998 und 1999. Hier wurde der ehemalige Stall zum Architekturbüro und die Scheune zu Naturkostladen ausgebaut. Eine große Solaranlage mit Speichertechnik wurde installiert. Zudem wurde die Gas-Brennwerttherme durch einen Stückholzkessel ersetzt. Bei der 3. Phase von 2006-2007 wurde die energetische Sanierung der teilweise behindertengerechten Wohnung im Wiederkehr in Angriff genommen, wobei ein Niedrigenergiehaus im Bestand (NEHB) angestrebt wurde. Die letzte Phase startete 2007, wobei der Wohnteil in mehreren Bauphasen saniert wurde. Außerdem wurde die Photovoltaik und die thermischen Solaranlage samt Speichertechnik erweitert und ausgebaut. 2008 wurde der stillgelegte Gastank durch einen 4850 Liter fassenden Pufferspeicher für die inzwischen 40m² große Solaranlage ersetzt. 2016 wurde der Naturkostladen verkleinert, um eine behindertengerechte Wohnung zu schaffen. 2018 wurde der Scheitholzkessel durch Pelletkessel ersetzt und der Speicher wurde optimiert.
Gewonnen Erkenntnisse / besondere Erfahrungen
Die energetisch sinnvolle Umnutzung und Sanierung alter Bauernhöfe ist anspruchsvolle Aufgabe. Es ist notwendig, rechtzeitig zu handeln und vor allem energetisch zu sanieren, da nicht natürliche Energieträger immer teurer werden. Schritt für Schritt hat der Architekt am eigenen Gebäude ausprobiert, was er auch für andere plant ud dabei viel mit Materialien experimentiert, vieles in Eigenleistung umgesetzt und damit umso besser verstanden.
Beteiligte Akteure
Architekt
Michael Felkner
Niedersonthofener Straße 8, 87448 Waltenhofen-Oberdorf
felkner@architekt-felkner.de
Tel.+498379/7468
Eingesetzte Software/Berechnungstools
Folgte die Sanierung einer spezifischen Methode? Nein
Energiebilanz Rechenprogramm „Wärme und Dampf“, Dämmwerk (EnEV und Wärmebrücken), BKI (EneV und Wärmebrücken)
Hygrothermische Bewertung WUFI (Wärme- und feuchteschutztechnische Simulation)
Life Cycle Analysis (LCA) -
Anderes Solartechnik, Bauteiltemperierung und Passivhaustechnik

SANIERUNGS-LÖSUNGEN

Außenwände

Verschindelte Wände des Wohnteils

Nordwand des Wohnteils

Wände der Einliegerwohnung

Bruchsteinmauern des Stalls

Wände der Scheune, heute Laden

Verschindelte Wände des Wohnteils

Im Wohnhaus waren die östliche und südliche Außenwand des Holzblockbaus außen mit einem gut erhaltenen Schindelschirm verkleidet und deshalb wurde die Innenseite wurde gedämmt. Nach dem Aufbringen eines Windpapiers wurden raumseitig zwischen neuen Holzständern ca. 16cm flexible Holzweichfasermatten eingebaut, darauf Holzschalung, Lehmbauplattten, Wandstrahlheizung und Lehmputz. Dieser Aufbau hat beim Blocbau den Vorteil, dass Feuchtgkeit sowohl zum Raum als auch nach außen abtrockenen kann.

In der Stube blieben, als einzigem Raum im 360m² großen Wohnhaus, die beiden Außenwände ohne Dämmung, denn hier kam bei der Renovierung eine schöne alte Wandvertäfelung zum Vorschein, die erhalten werden sollte. Daher wurde beim Einbau der neuen Fenster und bei der Instandsetzung der Vertäfelung lediglich die Einddichtheit verbessert.

U-Wert (nach Sanierung) [W/m2K]: 0,18 W/m²K
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Aufbau Bestandswand
Aufbau sanierte Wand
Cladding - Schindeln (trägt nicht zu U-Wert bei):
20mm
Air gap - Hinterlüftung (trägt nicht zu U-Wert bei):
40 mm
Wood - Blockwand:
160 mm
Other - Windpapier:
1 mm
Insulation - Holzweichfaserplatte:
160 mm
Other - Lehmbauplatte mit Wandheizung:
0 mm
Plaster - Lehmputz:
20 mm
Nordwand des Wohnteils

Die verputzte, nahezu fensterlose Nordseite des Gebäudes wurde außen mit Kanthözern aufgedoppelt, dazwischen mit 28 cm Zellulose ausgeblasen und außen mit Holzweichfaserplatte überzogen und mit einer senkrechten Holzschalung verkleidet.

Damit wurde kein charakteristisches Element des Gebäudes verloren, und Außendämmung ist bauphysikalisch einfacher umzusetzen.

U-Wert (nach Sanierung) [W/m2K]: 0,115 W/m²K
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Aufbau Bestandswand
Aufbau sanierte Wand
Wood - Holzschalung (trägt nicht zu U-Wert bei):
0mm
Air gap - Hinterlüftung (trägt nicht zu U-Wert bei):
0 mm
Insulation - Holzweichfaserplatte:
20 mm
Insulation - Zellulose:
280 mm
Wood - Blockwand:
160 mm
Other - Lehmbauplatte mit Wandheizung:
0 mm
Plaster - Lehmputz:
20 mm
Wände der Einliegerwohnung

Das Wiederkehr im Norden (heute: Einliegerwohnung) hatte eine außen holzverschalte Holzriegelkonstruktion. Davon blieben nach der Entkernung 9 Stützen übrig, zwischen welche, wie beim Neubau, neue Holzständerwände gestellt wurden, die auf der Raumseite eine aussteifende und luftdichte Beplankung mit OSB Platten erhielten. Außenseitig wurden die Ständer unter sägerauhen Lärchenholz-Schalung mit einer lateximprägnierten Holzweichfaserplatte beplankt. Raumseitig wurde eine Installationsebene vorgesehen und mit Sparschalung und Holz-Lehmplatten verkleidet. Anschließend wurden die Wände mit Lehm verputzt.

U-Wert (nach Sanierung) [W/m2K]: 0,1 W/m²K
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Aufbau Bestandswand
Aufbau sanierte Wand
Bruchsteinmauern des Stalls

Der ehemalige Kuh- und Pferdestall sind aus ca. 60cm dickem Bruchsteinmauerwerk errichtet und transportierten mangels horizontaler Feuchtigkeitssperre massiv Feuchtigkeit aus dem Untergrund nach oben. Unterfangen und Einbau einer Feuchtigkeitssperre schieden wegen der labilen Statik aus, Injektionen schienen angesichts der Hohlräume zwischen den Bruchsteinen wenig erfolgversprechend. Zur Trockenlegung des Mauerwerks bliebe die sogenannte Bauteiltemperierung, bei welcher ganzjährig 30grädiges Wasser eine im Sockelbereich verlegtes Kupferrohr durchfließt.

Da nur ein geringer Teil des Mauerwerks Außenwand ist, ist der Wärmeverlust vertretbar.

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Aufbau Bestandswand
Aufbau sanierte Wand
Wände der Scheune, heute Laden

Für den Ladenraum wurden die Außenwände komplett erneuert (in Stahlbeton bzw. Mauerwerk) und außen gut gedämmt.

U-Wert (nach Sanierung) [W/m2K]: 0,2 W/m²K
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Aufbau Bestandswand
Aufbau sanierte Wand
:
0mm
:
0 mm


Fenster

Fenster Obergeschoss

Fenster Erdgeschoss

Fenster Obergeschoss

2008 wurden die Fenster im Obergeschoss auf 3-fach Verglasung ausgewechselt: eingebaut wurden naturbelassene Lärchenholzfenster, die sich in ihrer Teilung am Bestand orientieren. Der umlaufende Laibungsrahmen erlaubt es, die Schichten des Wandaufbaus dicht anzuschließen.

Die alten Fenster waren einfach verglast und es bildeten sich regelmäßig Eisblumen an den Fenstern.

Bestandsfenster U-Wert Glas [W/m2K]: 5,7 Neues Fenster U-Wert Glas [W/m2K]: 0,6 Bestandsfenster U-Wert Rahmen [W/m2K]: 2,1 Neues Fenster U-Wert Rahmen [W/m2K]: 0,6
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Fenstertyp Bestand Double window
Verglasungsart Bestand Single
Verschattung Bestand Outer shutter
Neuer Fenstertyp Double window
Verglasungsart des neuen Fensters Triple
Verschattung des neuen Fensters Der Ritterhof besitzt zum Teil starren Sonnenschutz und Klappläden.
Neuer Energiedurchlassgrad g [-] 0,0
Fenster Erdgeschoss

Im EG wurden die Fenster 2004 auf 2-fach Verglasung ausgetauscht.

Die alten Fenster waren einfach verglast und es bildeten sich regelmäßig Eisblumen an den Fenstern.

Bestandsfenster U-Wert Glas [W/m2K]: 5,7 Neues Fenster U-Wert Glas [W/m2K]: 1,1 Bestandsfenster U-Wert Rahmen [W/m2K]: 2,1 Neues Fenster U-Wert Rahmen [W/m2K]: 1,1
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Fenstertyp Bestand Double window
Verglasungsart Bestand Single
Verschattung Bestand Outer shutter
Neuer Fenstertyp Double window
Verglasungsart des neuen Fensters Double
Verschattung des neuen Fensters Der Ritterhof besitzt zum Teil starren Sonnenschutz und Klappläden.
Neuer Energiedurchlassgrad g [-] 0,0

Weitere Maßnahmen

DACH

ERDGESCHOSS

MASSNAHMEN UM DIE LUFTDICHTIGKEIT ZU VERBESSERN

DACH

Bei Erwerb des Ritterhofs war das Dach undicht und musste erneuert werden. 1989 wurde das Dach saniert - im ersten Ansatz ohne energetische Mapnahmen, und mit der Option die Dachräume in Zukunft nutzbar zu machen.

Mittlerweile wurde bei der Einliegerwohnung der Dachraum ausgebaut und die Dachschräge entsprechend mit 22 plus 8cm Dämmung versehen. In den anderen Bereichen bleibt die oberste Geschoßebene die thermische Hülle: Im Blockbau wurde die Decke zum nicht ausgebauten Dachgeschoss zwischen und unter den Balken mit Holzweichfaserplatten gedämmt, die Decke über Laden und Büro ebenfalls mit 20-26 cm Dämmung versehen.

U-Wert (nach Sanierung) [W/m2K] 0.2
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Aufbau Bestandsdach
:
0 mm
Aufbau saniertes Dach
ERDGESCHOSS

Im Stall wurde der Boden aus Holz wurde entfernt, das Erdreich wurde bis auf die Fundamentsohle abgetragen, eine Betonbodenplatte mit 20cm Wärmedämmung eingebaut und darüber wurde ein Bodenbelag aus OSB-Platten errichtet. Äquivalent wurde mit dem gewachsenen Boden der Scheune beim Ausbau des Ladens vorgegangen.

Der Fehlboden der Holzbalkendecke über dem Naturkeller (unter dem Wohnhaus) wurde erneuert und wieder mit einem feuchtigkeitsregulierenden Lehmschlag versehen, wobei der verbliebene Hohlraum zur Dämmung mit Hobelspänen aufgefüllt und darüber eine luftdichtende Ebene aus Holzweichfaserplatten eingezogen wurde. Als Fußboden wurden durchweg Massivholzdielen verlegt.

U-Wert (nach Sanierung) [W/m2K] 0.2
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Aufbau Boden/Kellerdecke im Bestand
Aufbau Boden/Kellerdecke nach Sanierung
MASSNAHMEN UM DIE LUFTDICHTIGKEIT ZU VERBESSERN

Bei allen Maßnahmen wurde auch Augenmerk auf die Luftdichtheit gelegt, insbesondere am Übergang von einer Komponente zur anderen Dies sei hier am Bespiel der Einliegerwohnung aufgezeigt: Während der Renovierung wurde zwischen den Stützen neue Holzständerwände gestellt, die auf der Raumseite eine aussteifende und luftdichtende Beplankung aus OSB-Platten erhalten. Für den Fußboden wurden auf der Ziegelkappendecke Balken verlegt, deren Zwischenräume mit Hobelspänen gefüllt sind. Als Trägermaterial für den weiteren Fußbodenaufbau dienen auch hier OSB-Platten. So entstand eine rundum aussteifende und dichte Hülle. Allerdings schmälern die Durchstoßpunkte von drei tragenden Balken der Dachkonstruktion das Ergebnis des Luftdichtheitstest, denn die Risse in den alten Balken waren einfach nicht 100% dicht zu kriegen.

Airtightness (pre-intervention) [ach@50Pa] - Airtightness (post-intervention) [ach@50Pa] -

HVAC

HEIZUNG

LÜFTUNG

BRAUCHWARMWASSER

HEIZUNG

Am Anfang wurde der Ritterhof lediglich mit Einzelöfen beheizt. 1998 wurde eine Gastherme mit Wandstrahlheizung im gesamten Gebäude eingebaut. Im Sockelbereich der Steinmauern im Bereich des Architekturbüros wurden zwei nicht isolierte Kupferrohe (Vor- und Rücklauf, 18mm Durchmesser) verlegt, die das ganze Jahr über 30°C warmen Heizungswasser durchflossen. 2000 wurde die Gastherme durch einen Scheitholzkessel ersetzt. 2018 wurde der Scheitholzkessel durch einen Pelletskessel mit optimierten Speicher ausgetauscht. Im Wohnhaus sind die Küche und die Stube nicht an die zentrale Beheizung angeschlossen, da es dort einen Grundofen gibt.

In der Küche der Einliegerwohnung befindet sich ein raumluftunabhängiger Greithwald-Herd mit Wärmetauscher, der in der Heizperiode den Aufstellraum heizt und gleichzeitig das Kochen und Backen ermöglicht. Überschüssige Wärme wird in den Speicher geführt und gelangt über die Wandstrahlheizflächen in die übrigen Räume, so dass die Mieter im Winter nur jeden zweiten Abend Feuer machen müssen.

Mehr Details
Heizungssystem nach Sanierung zusätzliches Heizungssystem nach Sanierung
Art der Heizung Boiler Stove
Brennstoff pellets Wood
Wärmeverteilung Radiating wall Air
Nennleistung 32 kW kW
LÜFTUNG

Auch lüftungstechnisch sind die einzelnen Gebäudebereiche unterschiedlich ausgestattet: Die Einliegerwohnung, generell mit Passivhauskomponenten saniert, hat eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung. Das Architektrubüro wird derezit natürlich belüftet (4-5 Personen auf 100m²), eine üftungsanlage wurde aber mitgedacht und ist leicht nachrüstbar.

Im Laden erlaubt der in der Wand eingebaute 36W Ventilator während des Sommers in den Morgenstunden die überschüssige Wärme aus dem Verkaufsraum abzuführen und über eine Zuluftöffnung auf der Nordwestseite kühle Luft anzusaugen.

Mehr Details
Aufbau Bestandsdach Neues Lüftungssystem
Lüftungstyp Je nach Teilbereich
Type flow regime NA (Natural)
Wärmerückgewinnung Nein
Feuchterückgewinnung Nein
Nennleistung - kW
Elektrische Leistung kW
Regelung -
BRAUCHWARMWASSER

Zu Beginn der Renovierungsmaßnahmen besaß der Ritterhof kein Anschluss an die Kanalisation.

Heute erfolgt die Erwärmung des Wassers erfolgt überwiegend über den Pelletskessel, wobei eine Solaranlage die Erwärmung unterstützt und im Sommer den Großteil deckt.

Mehr Details
Brauchwarmwasserbereitung nach Sanierung
Typ with heating system
Brauchwasserspeicher Ja
Wärmerückgewinnung aus Brauchwasser Nein

ERNEUERBARE ENERGIE

Solarthermie

Photovoltaik

Biomasse

Solarthermie

1998 bekam der Ritterhof die erste Solaranlage mit 20 m² und Pufferspeicher (1700l) wmit das Architekturbüro mit einem solaren Deckungsanteil von ca 70% beheizt wird. 2008 wurde diese im Rahmen der Sanierung des Wohnhauses auf 40m² vergrößert, der Pufferspeicher auf 4850 Liter (wozu der obsolete Gastank umfunktioniert wurde). Die Einliegerwohnung besitzt eigene Solaranage mit einer Fläche von 12m² Solarpaneelen und 700l Pufferspeicher, welche den Warmwasserbedarf außerhalb der Heizperiode komplett deckt.

Die Solaranlage ist auf dem nur wenig geneigten Dach kaum sichtbar.

Mehr Details
SolarThermal System
Type Flat collector
Collector area 52,0 m²
Elevation angle 35,0
Azimuth 0,0
Overall yearly production 0,0 kWh
Heating_contribuition 0,0 kWh
DHW contribuition 0,0 kWh
Cooling contribuition 0,0 kWh
Photovoltaik

2004 kam eine PV-Anlage mit 4,4 kWp und 2008 kam eine weitere mit 9,68 kWp aufs südliche Dach.

Der Verbrauch an elektrischer Energie ist in etwa deckungsgleich mit den Erträgen aus der installierten Photovoltaikanlage, welcheDer Verbrauch an elektrischer Energie ist in etwa deckungsgleich mit den Erträgen aus der installierten Photovoltaikanlage, welche auf dem nur wenig geneigten Dach kaum sichtbar ist.

Mehr Details
Photovoltaic System
Type
Collector area 90,0 m²
Total nominal power 14,0 kW
Elevation angle 35,0
Azimuth 0,0
Overall yearly production 15000,0 kWh
Heating contribuition 0,0 kW
DHW contribuition 0,0 kW
Cooling contribuition 0,0 kW
Lighting contribuition 0,0 kW
Biomasse

Hauptheizung des Gbäudes ist eine Pelletsheizung

Im Wohnbereich werden Stube und Küche über Grundofen und Kachelofen beheizt.

Die Einliegerwohnung hingegen wird über den Greithwaldherz beheizt (einheizen jeden zweiten Tag, siehe HVAC)

Mehr Details
Biomass System
Type Pellet
Storage size
Origin of biomass
Overall yearly production 42750,0 kWh

Energieeffizienz

Energieeffizienz
Energieausweis Nein
Freiwillige Zertifikate 2007 wurde der Ritterhof mit dem 1.Platz des KfW-Energieeffizienzpreis "Energetische Modernisierung von gewerblich genutzten Gebäuden" ausgezeichnet. Architekturbüro im 3-Liter-Standard - 33kWh/m²a solare Deckung 70%. Naturkostladen: keine Heizenergie als Laden, 33kWh/m²a bei Wohnnutzung. Einliegerwohnung mit Passivhaustechnik im 3-Liter Standard: dena MOdellvorhaben Faktor 10 Sanierung.
Energievrabrauch
Heizung
Berechnungsmethode Derived from energy bills
Energieverbrauch nach Sanierung 60 kWh/y

Primärenergie
Berechnungsmethode Derived from energy bills
Energieverbrauch incl Brauchwarmwasser Ja
Energieverbrauch nach Sanierung 12 kWh/m2.y

Raumklima

Temperatur

Durch die Renovierung sind die Räume mittlerweile gleichmäßig warm, wegen der gut gedämmten Kellerdecke. Die Wandstrahlheizungen auf den gut gedämmten Außenwänden in Verbindung mit dem Lehmputz schafft eine besonders angenehme Atmosphäre.

Indoor Air Quality

Um eine gute Luftqualität zu erreichen muss regelmäßig gelüftet werden, da keine Lüftungsanlage vorhanden ist und die neuen Fenster luftdicht sind.

akustischer Komfort

Das Haus ist in schallschutztechnischer Hinsicht nicht vergleichbar mit einem Neubau (in Holzbauweise).

Kosten

Finanzielle Aspekte

Diverse Förderung für die Renovierung. Von der dena (Deutsche Energie-Agentur) erhielt der Architekt 2005 für die Sanierung der Einliegerwohnung und der Wiederkehr über dem ehemaligen Pferdestall einen Zuschlag.

Betriebskosten
Lifecycle cost
Nein

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